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Schon lange hatte Mama Kaba sich auf das kalte,
klare, türkisblaue Wasser der Soca gefreut. Jetzt endlich war es soweit. Doch
gleich bei der ersten Fahrt vom Camp Toni zum Prijon Center kenterte sie im
Katarakt und Andis Boot sowie Mama Kabas Schienbein zogen sich eine tiefe Macke
zu. Aber das Rettungsteam um Domme, Max, Lilli, Helmut und den anderen stand
unten schon bereit um Mensch und Material wieder einzusammeln. Weiter ging es
auf der gemütlicheren Hausfrauen-strecke wo zur Seniorengruppe um Susi und
Helmut noch drei Mitpaddler, Nicole, Dieter und Michael dazu kamen. Diese
Strecke und auch das Stück von der 3. Klamm abwärts wurde in den folgenden
Tagen zum festen Übungsprogramm. Auch bei Hochwasser nach einem nächtlichen Gewitter
und heftigen Regengüssen wurde das obere Stück gepaddelt, wobei Mama Kaba immer
respektvoll versuchte, dem „Frauenschlucker“ genannten Felsen fernzubleiben.
Den meisten anderen gelang das auch, so dass die hinter dem Felsen in einer
idyllischen Sandbucht wartenden Badegäste nur selten das Schauspiel einer
Kenterung zu sehen bekamen. Meistens hielt die Gruppe an und die Jugendlichen
sprangen vom Felsen oder gar von der Hängebrücke in das darunterliegende tiefe
Wasserbecken.

Lehrreich war auch der Tag, an dem Helmut seine
Spritzdecke vergessen hatte und die Gruppe am Schwallstück nach der 3. Klamm
wartete. Dort war die Kanuschule Radermacher am üben. Immer wieder jagte der
Chef seine Schüler zum Traversieren über den Bach und ein Stück unterhalb barg
Patric, sein Assistent, Boote und Leute die gekentert waren. So vergingen die
Tage und während Papa Kaba den Presteljenek und den Mangart erklommen und bald
jede Badebucht an Soca und Koritnica kannte, tummelten sich Mama Kaba und ihre
Kinder täglich im Neopren im eiskalten Wasser. Eines Tages wurde der arme Papa
Kaba gar auf einer Kiesbank zurückgelassen, wo er eigentlich eine Paddelgruppe
abholen sollte. Er war nur kurz zum Baden gegangen und als er zurückkam hatte
Mama Kaba das Auto schon geholt, sich zwar gewundert warum Fahrrad und Schuhe
im Auto waren, aber die wartende Gruppe in nassen Klamooten im Kopf dann doch
losgefahren. Zum Glück kam noch die Gruppe der Friedhofstreckenpaddler und
sammelte ihn ein. Der letzte Tag der Socafreizeit war gekommen und es
stand noch mal 3. Klamm bis Prijon Center auf dem Programm. In 4 Gruppen
startete der KV SÜW. Alles was ein Paddel halten konnte war dabei. Der
Frauenschlucker wartete schon und heute nahm sich auch Mama Kaba ein Herz, bestieg
ihn und sprang kurzentschlossen hinunter. Nachdem diese Mutprobe bewältigt war,
war sie nicht mehr zu bremsen. Als alle wieder auf dem Campingplatz waren, fand
sich eine kleine Gruppe, die noch die Koritnica fahren wollte. Susi, Helmut,
Mama Kaba und ihr Guide Domme. Viele Stufen war das Boot hinunter an die als
„munteren“ Wildbach beschriebene Koritnica zu tragen. Man überlegte kurz, wie
man das erste Stück am Besten fahren würde und dann ging es auch schon los und
es gab kein Zurück mehr. Es ging eine Stufe mit einer dicken Welle hinunter und
schon schoß es Mama Kaba durch die Klamm. Wie in der Achterbahn fühlte sie
sich, ein kleines Kehrwasser, eine scharfe Rechts-kurve und schon war sie
wieder draußen, immer dem Domme hinterher, gefolgt von Susi und Helmut. Kurze
Verschnaufpause in einem Kehrwasser, dann ging es weiter. Das muntere Bächlein
zeigte alles was es kann und Domme zeigte allen nochmal wie man auch jedes noch so kleine Kehrwassser
nutzt. Dann kam die Autobrücke näher, von der Susi schon erzählt hatte, dass es
darunter schwierig würde. Plötzlich war der Domme aus Mama Kaba’s Blickfeld
verschwunden und gleich darauf wurde auch sie von den gesamten Wassermassen der
Koritnica, die sich an dieser Stelle sammelten, eine Etage tiefer befördert.
Das RPM tauchte samt Mama Kaba unter und zum Glück auch wieder auf. Irgendwie
ein tolles Gefühl, besonders wenn man nicht darauf vorbereitet ist…

Wenig später tauchten Anette und Aura am Ufer auf
und Aura freute sich sichtlich, ihr Herrchen zu sehen. Dann gings weiter unter
der Hängebrücke durch, während am rechten Bachufer die Bierkästen schon vom
nahen Campingplatz kündeten. Nacheinander bog die Gruppe in die „Zielgerade“
ein. Domme fuhr voran und schoß noch ein paar Fotos und Mama Kaba legte sich am
letzen Felsen doch noch fast in den Bach. Aber dann war die kleine Bucht am
Campingplatz erreicht und ein Hochgefühl stellte sich ein: Die Ü40 hatten es
geschafft!

Und noch ein Tipp für alle Socafahrer: Wenn ihr mal
Zeit habt, guckt euch mal noch den Rest von Slowenien an. Es lohnt sich!
Riesige Höhlensysteme, das Karstdorf Stanjel, eine Raubritterburg (Predjamski
grad), die romantischen Küstenstädte Piran und Koper, Ljubljana mit seinen
Jugendstilbauwerken, der Wasserfall im uralten Tal unter dem man durchlaufen
kann, all das sollte man sich auch mal ansehen!
Mama Kaba
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